Mit Zuversicht ins Jahr 2015 Image

Die anhaltende Boomphase stützt sich weiterhin sehr stark auf die Wertentwicklung der Immobilien. 58 Prozent – insbesondere Wohnungsunternehmen – erwarten auch für nächstes Jahr steigende Preise ihrer Bestände (siehe Grafik). 40 Prozent gehen von gleich bleibenden Preisen aus – und nur 2 Prozent sehen Wertverluste auf sich zukommen. Eine Mehrheit von 54 Prozent der Unternehmen planen daher, ihre Portfolios weiter auszubauen. Das ist im Vergleich zum Vorquartal ein geringfügiger Rückgang von vier Prozentpunkten. Ihren Bestand konstant halten wollen in den nächsten 12 Monaten 27 Prozent. Nur 19 Prozent wollen dagegen ihren Bestand verschlanken.

Die guten Aussichten werden auch von den bemerkenswert positiven Mieterwartungen gestützt. 52 Prozent erwarten steigende Mieten, 44 Prozent konstante Mieten und nur 4 Prozent sinkende Mieten. Insbesondere die Unternehmen der Wohnungswirtschaft gehen davon aus, für ihre Bestände die Mieten weiter anheben zu können.

Dreiviertel der befragten Unternehmen gehen von gleich bleibenden Finanzierungsbedingungen aus. Dieser Wert entspricht in etwa dem des Vorquartals (-1 Prozent). Jedoch gehen weniger Unternehmen von günstigeren Bedingungen aus (16 Prozent, -3 Prozentpunkte) und zeitgleich stieg der Anteil der Unternehmen, die ungünstigere Bedingungen erwarten von 4 auf 9 Prozent. Hierbei bestehen zwischen den einzelnen Gruppen aber Unterschiede. So äußert sich die gute Stimmung im Handel auch in der Erwartung günstiger werdender Finanzierungsbedingungen. Hiervon gehen 38 Prozent (+10 Prozentpunkte) der antwortenden Unternehmen aus.

Bei den Projektentwicklern bestätigt sich der Eindruck aus dem Vorquartal: die Stimmung der konjunktursensitiven Projektentwickler wird skeptischer. Dennoch geht etwa die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen (52 Prozent) auch weiterhin von konstanten Vorvermietungen und Vorverkäufen aus. Dies sind nur geringfügig weniger, wie bei der letzten Befragung (56 Prozent). Jedoch erwartet nur noch etwa jeder dritte Projektentwickler, dass die Vorvermietungen im nächsten Quartal zunehmen werden (31 Prozent).

Außerdem gehen weniger Projektentwickler von einem Anstieg beim Umfang ihrer Grundstückskäufe aus. Im Vergleich zum Vorquartal sank der Wert um 7 Prozentpunkte auf 38 Prozent. Dagegen erwarten inzwischen 22 Prozent (+8 Prozentpunkte) der Projektentwickler rückläufige Grundstückskäufe.

Für 2015 bleibt abzuwarten, wie das schwache gesamtwirtschaftliche Umfeld und die globale Verunsicherung die Dynamik der Immobilienmärkte beeinflusst. Die anhaltend positiven Geschäftserwartungen sprechen eher dafür, dass die Immobilienwirtschaft auch nächstes Jahr wieder sehr stark vom Niedrigzinsumfeld und dem Mangel an alternativen Anlagenklassen profitiert.

Themen

  • Immobilien-Index
  • Wohnungsmärkte
IW-Kurzbericht, 23. Juni 2017

Ralph Henger / Michael Voigtländer Bauboom führt zu Engpässen bei GewerbeflächenArrow

Der Immobilienmarkt befindet sich in einer lang anhaltenden Boomphase. Erneut erzielt der Immobilienindex mit einem Lagewert von 86 ein herausragendes Ergebnis. In den Topstandorten hat die hohe Nachfrage jedoch mittlerweile zu spürbaren Engpässen an verfügbaren Flächen geführt. mehr

IW-Kurzbericht, 16. Dezember 2016

Michael Voigtländer Immobilien-Index: Die Zinswende bleibt ausArrow

Neue Höchstwerte bei der Geschäftslage, aber eine weitere Eintrübung bei den Erwartungen – dies sind die Kernergebnisse des IW Immobilien-Index im 4. Quartal 2016. Ein besonderes Augenmerk wurde diesmal auf die Erwartungen der Immobilienwirtschaft mit Blick auf die Zinsentwicklung gelegt. Die Marktteilnehmer gehen überwiegend von einer Zinswende erst ab 2018 aus – die große Streuung der Antworten unterstreicht aber die hohe Unsicherheit in der Branche. mehr

Immobilienwirtschaft erwartet mehr ausländische Investoren
IW-Kurzbericht, 16. September 2016

Michael Voigtländer Immobilienwirtschaft erwartet mehr ausländische InvestorenArrow

Die Geschäftslage der deutschen Immobilienwirtschaft ist weiterhin hervorragend, doch die Erwartungen trüben sich weiter ein – an eine weitere Verbesserung glauben zunehmend weniger Unternehmen. Die Stimmung hat sich insbesondere beim Handel spürbar eingetrübt. Ein Grund dafür könnte die Erwartung sein, dass als Folge des Brexits mehr ausländische Investoren in den Markt einsteigen und sich damit die Konkurrenz verschärft, was den Druck auf die Renditen weiter erhöht. mehr