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Das Geschäftsklima der Immobilienunternehmen in Deutschland erreicht im September einen Indexwert von 47,7 Punkten und ist damit um mehr als 10 Punkte im Vergleich zur letzten Befragung im Juni gesunken. Dabei wird die Lage auch weiterhin als ausgesprochen gut angesehen. Der Wert für die Gesamtbranche liegt immer noch bei knapp 80, was bedeutet, dass 81 Prozent die Lage als gut einschätzen. Weniger als 2 Prozent beurteilen sie jedoch als schlecht. Im Bürosektor wurde die Lage im dritten Quartal sogar besser als im zweiten Quartal bewertet, in den anderen Sektoren gab es hingegen leichte Einbußen.

Verschlechtert haben sich jedoch die Erwartungen. Zwar sind die Optimisten im Vergleich zu den Pessimisten noch in der Überzahl, aber die Relationen haben sich merklich verschoben. So glaubten im zweiten Quartal noch knapp 40 Prozent an eine Verbesserung der Lage in den nächsten zwölf Monaten, im dritten Quartal sind es hingegen nur noch 27 Prozent. Insgesamt resultiert hieraus ein Indexwert von 19,5, was einem Minus von 14,6 Punkten gegenüber dem Vorquartal entspricht. Besonders deutlich ist der Indexwert für die Erwartungen in den Bereichen Handel (-26,9) und Projektentwicklung (-25,9) zurückgegangen. Bei den Projektentwicklern liegt der Wert damit nur noch bei 2,4 und ist damit der niedrigste von den betrachteten Teilsektoren. Ausgenommen von den eingetrübten Erwartungen ist nur das Wohnungssegment. Hier sind die Erwartungen sogar optimistischer, allerdings ausgehend von einem niedrigeren Niveau.

Die Ergebnisse des neuen IW Immobilien-Index deuten darauf hin, dass die Immobilienwirtschaft den Höhenpunkt ihrer Stimmung erreicht haben könnte. Die nachlassende gesamtwirtschaftliche Dynamik und die anhaltenden Krisen wirken sich besonders auf die Unternehmensnachfrage aus, weshalb vor allem Projektentwickler und Gewerbeimmobilienunternehmen mit einer Verschlechterung oder zumindest keiner weiteren Verbesserung rechnen. Der Wohnungsmarkt hingegen ist weniger konjunkturanfällig. Hier nähren hauptsächlich die anhaltend niedrigen Zinsen und der große Mangel an Wohnraum in den Großstädten die gute Stimmung.

In dieses Bild passt auch, dass das Interesse an einer Ausweitung der Aktivitäten in B-Standorte deutlich geringer ist, als dies teilweise diskutiert wird. Zwar geben 65 Prozent der Immobilienunternehmen und 50 Prozent der Projektentwickler an, dass sie künftig mehr in B-Standorte investieren wollen. Gleichzeitig beabsichtigen aber auch 44 Prozent der Immobilienunternehmen und 34 Prozent der Projektentwickler ihre Aktivitäten an A-Standorten auszuweiten. Eine echte Umschichtung der Investitionen wird daher nicht stattfinden, sondern vielmehr eine weitere Diversifikation der Portfolien.

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