Aktueller Bezug

Die Perspektiven für die Weltwirtschaft haben sich trotz der relativ hohen politischen Verunsicherungen aufgehellt.

Fakten

  • Die Weltproduktion legt 2017 und 2018 trotz der politischen Risiken mit rund 3 ½ Prozent stärker zu als in den Vorjahren.
  • Unter der Annahme, dass es zu keinen neuen Beeinträchtigungen im internationalen Handel durch Protektionismus kommt, expandiert der Welthandel in beiden Jahren um 3 ¼ Prozent.
  • Die leichte Beschleunigung der Weltwirtschaft schlägt sich nicht gleichermaßen im Tempo des Welthandels nieder.
  • Infolge der nur moderat anziehenden globalen Investitionstätigkeit werden die deutschen Exporte in den Jahren 2017 und 2018 preisbereinigt um jeweils 3 Prozent zulegen (2016: 2,6 Prozent).
  • Das deutsche Exportgeschäft partizipiert also nicht in vollem Umfang von der anziehenden Weltproduktion.
  • Gemäß IW-Konjunkturumfrage vom Frühjahr 2017 erwarten 30 Prozent der Betriebe höhere Exporte als im Vorjahr und nur 11 Prozent einen Rückgang. Der Saldo aus positiven und negativen Meldungen hat sich gegenüber Herbst 2016 moderat verbessert.
  • Infolge der starken Binnennachfrage werden die realen Importe 2017 und 2018 jeweils in Höhe von knapp 4 Prozent zulegen.

Bewertung

  • Wegen des nachlassenden Ausbaus von globalen Wertschöpfungsketten – auch infolge der politischen Verunsicherungen – fällt die Handels- und Investitionsintensität der aktuellen globalen Erholung schwächer aus. Dies bremst die deutschen Exporte.
  • Da die realen Importe stärker zulegen als die Exporte bremst der Außenbeitrag in 2017 und 2018 das Wachstum in Deutschland ab. Dies reduziert auch den deutschen Leistungsbilanzsaldo.

IW-Briefing

Michael Grömling: Deutsche Exporte und Weltwirtschaft

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