Aktueller Bezug

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist nennenswert, bleibt aber deutlich hinter dem Wachstum der Erwerbstätigkeit zurück.

Fakten

  • Im Jahresdurchschnitt 2017 wird die Anzahl der Arbeitslosen auf 2,53 Millionen sinken – ein Rückgang um 160.000 gegenüber dem Vorjahr und damit der niedrigste Wert, der im vereinigten Deutschland je gemessen wurde.
  • Demgegenüber steigt die Anzahl der Erwerbstätigen um 580.000. Per saldo wird ein Großteil der neu geschaffenen Arbeitsplätze von zuvor Nichterwerbstätigen und von Zuwanderern besetzt. Arbeitslose profitieren nur partiell vom Beschäftigungsaufbau.
  • Es verbleibt ein großer Sektor Langzeitarbeitsloser, der 36 Prozent aller Arbeitslosen umfasst und nur langsam abgebaut wird.
  • Im Zuge der Flüchtlingsmigration eingewanderte Personen sind bislang überwiegend noch nicht auf dem Arbeitsmarkt aufgetaucht. Im Frühjahr waren 140.000 Beschäftigte und 190.000 Arbeitslose, aber 490.000 Grundsicherungsempfänger registriert. Hinzu kommen Personen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Diese werden im zweiten Halbjahr 2017 verstärkt in den Arbeitsmarkt eintreten und den Abbau der Arbeitslosigkeit verlangsamen.

Bewertung

  • Die Langzeitarbeitslosigkeit sollte mit der Aktivierung von Arbeitslosen – etwa durch intensivere Betreuung – bekämpft werden.
  • Die Einrichtung eines sozialen Arbeitsmarktes ist der falsche Weg.
  • Die Integration von Geflüchteten wird die zentrale arbeitsmarktpolitische Herausforderung der nächsten Jahre.

IW-Briefing

Holger Schäfer: Arbeitslosigkeit in Deutschland

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